Bundespolizei steht vor drastischem Mangel an einsatzfähigen Körperkameras
Lukas LehmannBundespolizei steht vor drastischem Mangel an einsatzfähigen Körperkameras
Bundespolizei droht Engpass bei funktionstüchtigen Körperkameras
Die deutsche Bundespolizei könnte bald keine einsatzbereiten Körperkameras mehr haben. Ein gescheiterter Beschaffungsauftrag hat die Behörde 2023 in eine kritische Versorgungslücke manövriert. Nun wird dringend nach Lösungen gesucht, um Betriebseinschränkungen zu vermeiden.
Das Bundesinnenministerium hatte ursprünglich 5 Millionen Euro für 2.500 neue Körperkameras bereitgestellt – mit der Option auf weitere 1.500 Geräte. Das Vergabeverfahren platzte jedoch, nachdem nachträglich zusätzliche Anforderungen, darunter wechselbare Akkus, eingefügt wurden. Die Verzögerung trifft die Polizei zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Der aktuelle Hersteller plant, die Unterstützung für die bestehenden Modelle einzustellen.
Behördenvertreter hoffen nun auf eine vorübergehende Verlängerung des Supports durch den Lieferanten, was jedoch Millionenkosten verursachen würde. Einige Kameramodelle sind bereits nahtlos mit den Tasern der Polizei kompatibel. Die Geräte haben sich zudem als unverzichtbar erwiesen – etwa zur Deeskalation von Konflikten an Bahnhöfen oder als Beweismittel bei aggressiven und strafrechtlich relevanten Vorfällen.
Ohne schnelle Lösung könnte die Bundespolizei Schwierigkeiten bekommen, die wirksame Überwachung aufrechtzuerhalten. Der Mangel droht Einsätze zu behindern, in denen Körperkameras unverzichtbar sind. Die Verantwortlichen stehen unter Druck, eine Nachfolgelösung zu finden, bevor die aktuellen Systeme nicht mehr nutzbar sind.
