04 April 2026, 08:07

Brandenburg reformiert Apotheken-Notdienst: Mehr Entlastung, aber Risiken für ländliche Regionen

Apothekenladen mit einem vor dem Gebäude geparkten Fahrzeug und einem Gebäude in der linken Ecke.

Brandenburg reformiert Apotheken-Notdienst: Mehr Entlastung, aber Risiken für ländliche Regionen

Brandenburg führt neues Notdienstmodell für Apotheken ein – Entlastung für Teams, Medikamentenversorgung bleibt gesichert

Ein neues Notdienstsystem für Apotheken in Brandenburg soll die Belastung des Personals verringern, ohne die Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln zu gefährden. Statt des bisherigen 13-Tage-Rhythmus gilt künftig eine 20-Tage-Rotation, die den Teams mehr Planungsspielraum bietet. Pharmazeuten und Verantwortliche begrüßen die Reform, auch wenn Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf ländliche Regionen bestehen.

Unter dem alten System mussten Apotheker wie Peter Schmieder aus Golzow alle 13 Tage Notdienste übernehmen. Die neue Regelung verteilt die Einsätze nun auf 20 Tage – eine Veränderung, die Schmieder als spürbare Entlastung beschreibt. Die anstehenden Anpassungen betrachtet er mit vorsichtigem Optimismus und hofft, dass sie die Belastung für sein Team verringern werden.

Die Reform zielt zudem auf die Entschärfung finanzieller Engpässe ab. Die Vergütung für Notdienste könnte sich nahezu verdoppeln – ein Schritt, den Thomas Müller vom Bundesgesundheitsministerium als "goldene Lösung" bezeichnete. Jens Dobbert, Präsident der Brandenburgischen Apothekerkammer (LAK), betonte, dass die Änderungen notwendig seien, um steigende Kosten und seit 13 Jahren unveränderte Gebühren auszugleichen. Durch Online-Konkurrenz und Unterfinanzierung mussten in den vergangenen Jahren bereits viele Landapotheken schließen.

Das bis zum 31. Dezember 2023 laufende Pilotprojekt verfolgt zwei zentrale Ziele: die Entlastung des Personals und die sichere Arzneimittelversorgung. Dobbert hob hervor, dass das neue Modell Personalressourcen effizienter nutze, ohne die Verfügbarkeit von Medikamenten einzuschränken. Allerdings könnten Patienten in einigen Regionen längere Wege zu einer bereiten Apotheke in Kauf nehmen müssen.

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Im Rahmen des Pilotversuchs wird geprüft, ob die 20-Tage-Rotation sowohl die Entlastung der Mitarbeiter als auch die Patientenversorgung dauerhaft gewährleisten kann. Bei Erfolg könnte das Modell Schulbeispiel für andere Regionen mit ähnlichen Herausforderungen werden. Bis dahin werden Apotheker und Behörden die Auswirkungen auf die Versorgung in ländlichen Gebieten und die Betriebskosten genau beobachten.

Quelle