Bielefelds neues Jugendjustizzentrum setzt auf Prävention statt Strafe
Maximilian KrauseBielefelds neues Jugendjustizzentrum setzt auf Prävention statt Strafe
In Bielefeld hat ein neues Jugendjustizzentrum seine Türen geöffnet – es ist bereits die achte Einrichtung dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Das Zentrum soll junge Straftäter über rechtliche Grenzen aufklären und ihnen gleichzeitig intensive Betreuung bieten. Die Behörden hoffen, mit diesem Ansatz die Jugendkriminalität in der Region zu verringern.
Das erste Jugendjustizzentrum des Landes war 2009 in Köln gestartet. Seitdem haben ähnliche Einrichtungen – darunter eine in Paderborn seit 2012 – jährlich etwa 50 junge Menschen unterstützt. Allein 2023 erreichten die bestehenden Zentren in Nordrhein-Westfalen mit ihren Programmen 1.247 Jugendliche.
Das Bielefelder Zentrum wird in der Nähe des Hauptbahnhofs angesiedelt sein und bringt Staatsanwälte, Polizei sowie Jugendhilfedienste unter einem Dach zusammen. Dieses Team erarbeitet individuelle Förderpläne für junge Straftäter und baut damit auf ein Modell auf, das mittlerweile ein zentraler Baustein der Landesstrategie gegen Jugendkriminalität ist. Eine weitere Einrichtung ist bereits in Duisburg geplant.
Obwohl der Erfolg des Programms schwer messbar ist, betonen Verantwortliche den Fokus auf frühe Intervention. Ziel ist es, Jugendlichen die rechtlichen Konsequenzen ihres Handelns bewusst zu machen und ihnen gleichzeitig maßgeschneiderte Unterstützung zu bieten, um Rückfälle zu verhindern.
Das neue Zentrum stärkt das Netzwerk der Jugendjustizzentren in Nordrhein-Westfalen. Durch die Kombination aus rechtlicher Verantwortung und sozialer Betreuung wollen die Behörden die Ursachen von Jugendkriminalität bekämpfen. Die Bielefelder Einrichtung wird nun gemeinsam mit sieben weiteren Standorten diesen Ansatz landesweit umsetzen.






