Berlins Kirchen als kühle Oasen – doch Geld und Personal fehlen
Berlins Kirchen bieten kühle Rückzugsorte während Hitzewellen – doch die Mittel sind begrenzt
Nur eine Handvoll evangelischer Kirchen in Berlin hat werktags durchgehend geöffnet, andere sind auf Ehrenamtliche oder besondere Bedingungen angewiesen. Kritiker werfen dem Senat vor, diese Initiativen nicht ausreichend zu unterstützen.
Viele Kirchen in Berlin und Brandenburg bleiben dank ihrer alten Bauweise natürlich kühl. Die Apostel-Paulus-Kirche in Schöneberg ist dank des Engagements von Gemeindegliedern und Anwohnern ganzjährig täglich geöffnet. Auch die Marienkirche am Fernsehturm kann täglich betreten werden – finanziert durch Spenden von Touristen.
Die Wichernkirche im Norden Spandaus öffnet ihre Türen als Treffpunkt für Anwohner, zur Erholung oder als Schutz vor extremen Temperaturen. Doch die meisten Gemeinden verfügen nur über begrenzte Mittel, um ihre Gebäude offen zu halten, und sind oft auf unbezahltes Personal angewiesen.
Die katholische und evangelische Kirche in der Region haben ihre Mitglieder aufgerufen, geeignete Räume als kühle Zufluchtsorte bereitzustellen. Oppositionspolitiker kritisieren, der Senat arbeite nicht eng genug mit Kirchen, Einkaufszentren, Bibliotheken oder Gemeinschaftszentren zusammen. Tobias Schulze von der Linken sprach von einem „Versagen bei der Vorsorge“. Werner Graf von den Grünen schlug vor, während Hitzewellen den Eintritt in Kunstmuseen und Ausstellungshallen kostenlos zu gestalten.
Da nur wenige Kirchen täglich geöffnet sind und die Ressourcen knapp bleiben, wird die Forderung nach mehr kühlen Rückzugsorten lauter. Der Senat steht unter Druck, den Zugang zu Schutzräumen bei extremer Hitze zu verbessern. Die Kirchen bleiben eine zentrale Stütze – dort, wo offizielle Unterstützung fehlt.
