23 May 2026, 14:09

Autoren brechen mit Westend Verlag nach AfD-naher Buchveröffentlichung

Autoren Distanzieren Sich vom Verlag

Autoren brechen mit Westend Verlag nach AfD-naher Buchveröffentlichung

Rund 30 Autorinnen und Autoren haben öffentlich die Zusammenarbeit mit dem Westend Verlag beendet, nachdem der Verlag ein Buch veröffentlicht hatte, an dem Mitwirkende mit Verbindungen zur rechtsextremen AfD mitgewirkt haben. Zu den Unterzeichnenden eines offenen Briefs, in dem dem Verlag eine plötzliche ideologische Wende vorgeworfen wird, zählen unter anderem Journalisten der taz sowie der linke Politiker Gregor Gysi.

Im Mittelpunkt der Kontroverse steht das kürzlich erschienene Buch Links – Deutsch / Deutsch – Links, herausgegeben von Julian Reichelt und Pauline Voss. Kritiker werfen dem Werk vor, dass einige der Autorinnen und Autoren Positionen vertreten, die mit denen der Alternative für Deutschland (AfD) übereinstimmen – einer Partei, die als Gefahr für die Demokratie eingestuft wird. Die Unterzeichnenden behaupten, der Verlag erweitere damit sein Programm „bis weit in den rechtsextremen Bereich hinein“.

Die Autorinnen und Autoren erkennen zwar das Recht des Westend Verlags an, das Buch zu veröffentlichen, bestehen jedoch auf ihr eigenes Recht, sich davon zu distanzieren. In ihrem Schreiben kündigen sie an, dem Verlag künftig keine Manuskripte mehr anzubieten.

Der in Neu-Isenburg bei Frankfurt ansässige Westend Verlag verteidigte seine Entscheidung. Der Verlag argumentierte, dass unterschiedliche Positionen innerhalb der demokratischen Rechtsordnung ernst genommen werden müssten. Gleichzeitig betonte er, für den Dialog offen zu bleiben, und bekräftigte seine Rolle als Plattform für kritische Debatten.

Der Konflikt zeigt eine klare Spaltung zwischen den Autorinnen und Autoren und ihrem ehemaligen Verlag. Während die Unterzeichnenden eine weitere Zusammenarbeit ausschließen, hält der Westend Verlag an seinem Anspruch fest, vielfältige Standpunkte zu vertreten. Die Veröffentlichung des Buches hat eine breitere Diskussion über die Grenzen politischer Diskurse im Verlagswesen ausgelöst.

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