Arbeitsmarktexpertin Benner fordert gezielte Industriepolitik statt pauschaler Sparmaßnahmen
Luisa LangeArbeitsmarktexpertin Benner fordert gezielte Industriepolitik statt pauschaler Sparmaßnahmen
Yvonne Benner, eine bekannte Arbeitsmarkt-Expertin und Gewerkschaftsvertreterin, hat sich zu den wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands und den Belastungen für Arbeitnehmer geäußert. Sie kritisierte pauschale Sparmaßnahmen und forderte stattdessen eine gezieltere Industriepolitik, um Arbeitsplätze und Wachstum zu sichern.
Ihre Aussagen fallen in eine Zeit, in der Haushalte mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen und Unternehmen unter schwacher Nachfrage leiden. Benner betonte die täglichen Belastungen der Arbeitnehmer und wies darauf hin, dass viele neun Stunden am Tag mit Haushaltsaufgaben, Mahlzeiten und Schlaf verbringen. Zudem machte sie auf die finanzielle Überlastung durch höhere Mieten, Energiekosten und Lebensmittelpreise aufmerksam. Die Verbesserung der Frauenerwerbstätigkeit und die Weiterqualifizierung von Arbeitnehmern seien für sie zentrale Prioritäten.
Vorschläge zur Reform der Arbeitszeitregelungen wies sie zurück und bezeichnete eine Umstellung auf wöchentliche Arbeitszeitkontingente als „abwegig“ – insbesondere für Unternehmen mit schwachen Auftragsbüchern. Stattdessen sprach sie sich für gezielte Investitionen in Zukunftsbranchen wie grüne Stahlproduktion und Elektromobilität aus. Ein wettbewerbsfähiger Industrie-Strompreis, so ihre Argumentation, würde helfen, Arbeitsplätze und regionale Wirtschaftskreisläufe zu schützen.
Im globalen Wettbewerb warnte Benner, dass Deutschland seine Industriepolitik an die Strategien Chinas und der USA anpassen müsse, um nicht den Anschluss zu verlieren. Sie bestand auf faire Wettbewerbsbedingungen und betonte gleichzeitig die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Zwar zeigte sie sich offen für eine Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, machte aber deutlich, dass die Gesetzgebung beim Parlament und nicht bei der Exekutive liegen solle.
Benners Äußerungen folgen auf sechs Jahre wirtschaftlicher Stagnation in Deutschland. Sie forderte einen strategischeren Umgang mit Subventionen und industrieller Förderung, um das Wachstum wiederzubeleben. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, die Kostenlast für Arbeitnehmer zu verringern und gleichzeitig die industrielle Basis Deutschlands zu stärken. Statt pauschaler Kürzungen setzt sie auf gezielte Maßnahmen in Schlüsselsektoren. Ihre Position spiegelt dabei sowohl die Sorge um die bezahlbare Lebenshaltung im Inland als auch die Herausforderungen durch den internationalen Wettbewerb wider.






