AfD-Pläne in Sachsen-Anhalt lösen Alarm bei Pädagogen und Polizei aus
Lukas LehmannAfD-Pläne in Sachsen-Anhalt lösen Alarm bei Pädagogen und Polizei aus
In Sachsen-Anhalt wachsen die Sorgen, da der mögliche Einzug der AfD in die Regierung bei Pädagogen, der Polizei und Gleichstellungsbefürwortern Alarm auslöst. Die von der Partei geplanten Reformen – von der Abschaffung der Schulpflicht bis zur Umgestaltung staatlicher Bildungseinrichtungen – haben Warnungen vor einem Brain-Drain, politischer Einflussnahme und einer eingeengten kulturellen Ausrichtung hervorgerufen.
Die Bildungspläne der AfD sehen vor, die Schulpflicht abzuschaffen, „Heimatkunde“ in die Lehrpläne aufzunehmen und inklusive Klassenzimmer abzubauen. Eva Gerth, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, befürchtet, dass diese Änderungen Forscher und Studierende davon abhalten könnten, nach Sachsen-Anhalt zu kommen. Malte Gerken, ebenfalls von der GEW, prognostiziert einen massiven Exodus von Lehrkräften, sollten die Pläne umgesetzt werden.
Die Partei beabsichtigt zudem, die Landeszentrale für politische Bildung durch ein neues „Landesinstitut für politische Bildung und kulturelle Identität“ zu ersetzen. Maik Reichel, der aktuelle Leiter der Landeszentrale, warnt davor, dass dies zu einer stark einseitigen Bildung führen könnte, geprägt von einem „extrem verengten“ kulturellen und politischen Programm.
In der Polizeiarbeit hat Nancy Emmel, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei im Land, jede künftige Regierung aufgefordert, die Unabhängigkeit der Strafverfolgungsbehörden zu wahren. Sie betonte, dass Beamte allein dem Gesetz verpflichtet seien – nicht Parteien oder Verwaltungsorganen.
Gleichzeitig plant die AfD, das Amt der Gleichstellungsbeauftragten abzuschaffen, das derzeit Sarah Schulze innehat, und es durch eine „Familienbeauftragte“ zu ersetzen, die sich auf die Steigerung der Geburtenraten konzentrieren soll. Schulze äußerte tiefe Besorgnis über die mögliche Verschiebung der Prioritäten unter einer AfD-geführten Regierung.
Die von der AfD vorgeschlagenen Änderungen haben in mehreren Bereichen Warnungen ausgelöst. Pädagogen fürchten einen Rückgang der Bildungsstandards und des Personals, während Polizei und Gleichstellungsaktivisten die Notwendigkeit institutioneller Unabhängigkeit betonen. Sollten diese Reformen umgesetzt werden, könnten sie das Bildungssystem, die zivilgesellschaftlichen Einrichtungen und die Strafverfolgung in Sachsen-Anhalt grundlegend verändern.






